Aktuelles aus der italienischsprachigen Schweiz

Nicola Gianinazzi

https://doi.org/10.30820/2504-5199-2019-2-9

Wir bieten regelmässig Einzelberatungen für andere Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen sowie gelegentlich für schweizerische und ausländische Ausbildungsinstitute und andere private und öffentliche Einrichtungen an. Was dagegen die innerverbandliche Arbeit betrifft, besteht sie hauptsächlich in der Vermittlung zwischen der regionalen und nationalen Ebene, in der Beratung und Revision sowie in der Übersetzung von mehr oder weniger technischen Informationstexten.

Wir arbeiten weiterhin erfolgreich mit dem Istituto Ricerche di Gruppo (IRG) bei der Organisation von Fortbildungsmassnahmen zusammen, um immer eine breite Auswahl an hochwertigen Kursen garantieren zu können. Diese können somit aus dem postgradualen Ausbildungsprogramm nach dem ASP-Integral-Konzept gewählt werden.

Darüber hinaus bin ich seit 2018 Mitglied der Redaktion von Psychotherapie-Wissenschaft – die italienischsprachige Schweiz und die italienischsprachige Welt werden somit in unserer Fachzeitschrift immer stark vertreten und sichtbar sein.

Die Kontaktarbeit zu Universitätsdozent*innen verschiedener chinesischer Hochschulen und Fakultäten läuft weiter. Diese interessante PR-Tätigkeit ist sinnvoll und notwendig, um das Weiterbildungsangebot zu verbessern, aber auch, um Forschungsprojekte und Beiträge unserer Verbandszeitschriften zu fördern. In diesem letzten Bereich wird auch die redaktionelle Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Psicoterapia e scienze umane, deren Redaktionsleiter Paolo Migone ist, vertieft.

Panorama der Tessiner Psychotherapie: Start eines Forschungsprojektes über Paare

In einem neuen Projekt der Tessiner Psychotherapie sollen Zweifel, Schwierigkeiten und Unsicherheiten der Menschen in Bezug auf einen sehr wichtigen Punkt im Leben jeder bzw. jedes Einzelnen beleuchtet werden: die Paarbeziehung. Das Hauptziel ist, Paaren im Lauf eines gemeinsamen Jahres zu folgen und sie zu begleiten, um zu erforschen, welche Sorgen, Zweifel und Schwierigkeiten sie haben und welche Motivationsfaktoren die Entscheidungen eines Paares darüber, wie sie ihre Beziehung «langfristig» gestalten wollen, beeinflussen. Es werden bestimmte Aspekte der Entscheidung, wie (und ob) man die Liebesbeziehung durch eine der in unserem Land verfügbaren Möglichkeiten öffentlich anerkennen lässt, beobachtet: Zivilehe, religiöse Ehe und Konkubinat. In den Fällen, in denen ein Paar diese Entscheidung bereits in der Vergangenheit getroffen hat, wird darum gebeten, die Sorgen und Zweifel, die sie in diesem Moment erlebt haben, zu teilen; ihre Erfahrungen und Meinungen sind wichtig für uns. Ziel ist, die Paare ein Jahr lang in ihrem Leben zu begleiten, um zu ermitteln, was die Bestandteile einer stabilen und heiteren Partnerschaft sein können und mit welchen Schwierigkeiten und Sorgen die Paare konfrontiert werden sowie ob und wie sie ihre Langzeitbeziehung führen möchten.

Diese Initiative ist aus der Zusammenarbeit zwischen Forschern des IRG (1988) und der Diözesankommission für die Familienseelensorge (1977) entstanden: https://www.progettocoppie.ch

Über die Grenzen: Aufruf von 600 Psychoanalytikern gegen das «Sicherheitsdekret»

Sechshundert Psychoanalytiker der Società Psicoanalitica Italiana (SPI) haben einen Appell an den Präsidenten der Republik geschrieben, um ihre Stimme gegen das ‹Sicherheitsdekret› und gegen die Migrationspolitik der gelb-grünen Regierung zu erheben. Die seit einiger Zeit kritische Situation – schreiben sie – hat sich nach der Verabschiedung des ‹Sicherheitsdekrets› verschärft und hat, indem sie die Lage der Migranten und folglich Italiens immer ‹unsicherer› gemacht hat, genau das Gegenteil von ‹Sicherheit› bewirkt.
[…] Wir sind uns bewusst, dass Ängste so blenden können, dass sie nicht nur die Wahrnehmung des Anderen sondern auch der eigenen Menschlichkeit verzerren. In die Unmenschlichkeit abzugleiten, indem aus Unachtsamkeit die Messlatte dessen, was tolerierbar ist, immer etwas tiefer gelegt wird, ist ein Risiko, dem der Mensch stets ausgesetzt ist. Das ist der Grund, warum es immer notwendiger wird, auch auf das zu hören, was sich hinter der Angst verbirgt, um diese Angst in eine Chance für die Begegnung mit sich selbst und Anderen umzuwandeln. Mit unserer psychoanalytischen Arbeit stehen wir der komplexen Wirklichkeit der Menschen nahe und verspüren ein dringendes Bedürfnis, auch ausserhalb unseres Fachs zu arbeiten, und über die Möglichkeit, das ‹Böse› zu verarbeiten, nachzudenken, um zu verhindern, dass das ‹Böse› in Taten umgesetzt werden kann» (https://www.huffingtonpost.it/2019/02/04/seicento-psicoanalisti-si-appellano-a-mattarella-contro-il-decreto-sicurezza_a_23661094).

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